Juristische Struktur einer Zweigniederlassung in Luxemburg

1. Begriff

Die luxemburgische Zweigniederlassung bezeichnet eine vom Hauptgeschäft räumlich getrennte Niederlassung einer in- oder ausländischen Handelsgesellschaft. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stellt sie ein eigenständiges Unternehmen dar, das in Luxemburg gewerblich tätig ist und über die Vollmacht zum Abschluss von Kaufverträgen verfügt. Da die Luxemburger Zweigniederlassung über keine eigene Rechtspersönlichkeit verfügt, ist sie aus rechtlicher Sicht Teil der Hauptniederlassung. Diese haftet folglich für die Verbindlichkeiten der luxemburgischen Zweigniederlassung unbeschränkt. Handelt es sich bei der Hauptniederlassung um eine ausländische Gesellschaft, so richtet sich die innere Verfassung der Zweigniederlassung nach dem Gesellschaftsstatut der Hauptstelle und dem jeweiligen ausländischen Recht.

2. Gründung

Eine luxemburgische Zweigniederlassung wird durch Beschluss der Hauptniederlassungsleitung gegründet  und im Handelsregister Luxemburg eingetragen. Die Eintragung hat dabei lediglich deklaratorische Bedeutung. Eine Satzung wird für die Errichtung einer Luxemburger Zweigniederlassung nicht vorausgesetzt, da im Amtsblatt (Mémorial C) Luxemburg lediglich die  Satzung der Hauptniederlassung veröffentlicht wird. Darüber hinaus kann auch die Kapitalausstattung der Zweigniederlassung frei gestaltet werden. Zur Ausübung gewerblicher Tätigkeiten bedarf die Luxemburger Zweigniederlassung einer Handelsermächtigung durch das Mittelstandsministerium.

3. Name

Der Name einer luxemburgischen Zweigniederlassung muss mindestens die Bezeichnung der Hauptniederlassung sowie den entsprechenden Rechtsformkürzel in unveränderter Form enthalten.

4. Vertretung

Im Außenverhältnis wird die luxemburgische Zweigniederlassung selbstständig durch deren Niederlassungsleiter vertreten. Die Bestellung eines Niederlassungsleiters ist allerdings nicht obligatorisch. So kann zur Vertretung der Luxemburger Zweigniederlassung auch ein Prokurist bestellt werden, der in das Handelsregister Luxemburg einzutragen ist.

Steuerliche Struktur der Zweigniederlassung in Luxemburg

Als Betriebsstätte unterliegt die Zweigniederlassung in Luxemburg für die dort erzielten Gewinne der ordentlichen Besteuerung und profitiert infolge dessen von den Steuerprivilegien Luxemburgs. Darüber hinaus kann die luxemburgische Zweigniederlassung ihre Gewinne in das Sitzland der Hauptniederlassung steuerfrei repatriieren.

Rechtliche und steuerliche Beratung und Unterstützung

Unsere Juristen und Steuerexperten beraten Sie und helfen Ihnen gerne persönlich und kostenfrei während der Entscheidungsfindung und in der Gründungsphase einer Zweigniederlassung in Luxemburg.

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Handelsermächtigungserfordernis in Luxemburg

Übt eine luxemburgische Gesellschaft industrielle, handwerkliche oder andere gewerbliche Tätigkeiten aus,  bedarf sie einer vorherigen schriftlichen Genehmigung (Handelsermächtigung) durch das Mittelstandsministerium Luxemburg. Darüber hinaus  hat sie bei der Luxemburger Steuerbehörde ihren Betrieb anzumelden und eine Steuernummer zu beantragen.

Für die Erteilung der Handelermächtigung hat die Luxemburger Gesellschaft bestimmte Anforderung zu erfüllen. So muss der Geschäftsführer bzw. Betriebsleiter über entsprechende für die betreffende Tätigkeit erforderliche Qualifikationen und berufliche Erfahrungen verfügen. Darüber hinaus muss die Gesellschaft über eine  physische Niederlassung in Luxemburg verfügen (Sitz oder Büro).