Begriff der Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft

Übt eine Luxemburger Gesellschaft handwerkliche, industrielle oder sonstige gewerbliche Tätigkeiten aus, ist sie als Handels-/ Dienstleitungsgesellschaft zu qualifizieren. In Luxemburg wird diesbezüglich zwischen Handelsgesellschaften im eigentlichen Sinne, die eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen und Handelsvereinigungen ohne Rechtspersönlichkeit unterschieden.

Zu den Handelsgesellschaften im eigentlichen Sinne zählen AG (SA), GmbH (SARL), Kommanditgesellschaft auf Aktien (SCA), Kommanditgesellschaft (SCS), offene Handelsgesellschaft (SNC), Genossenschaft (SC) sowie Europäische Gesellschaft (SE). Handelsvereinigungen unterteilen sich dagegen in Gelegenheitsvereinigungen und Vereinigungen für gemeinschaftliche Rechnung.

Gründung

Die Gründung  einer Luxemburger Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft erfolgt entsprechend der jeweils gewählten Rechtsform. Berechtigt zur Gründung einer luxemburgischen Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft ist jede Person unabhängig von Nationalität und Wohnsitz.

Darüber hinaus bedarf jede Luxemburger Gesellschaft, die eine gewerbliche Tätigkeit ausübt, einer vorherigen schriftlichen Genehmigung (Handelsermächtigung, autorisation d ́établissement) durch das Mittelstandsministerium Luxemburg. Die Anforderungen dafür sind zum einen, dass der Betriebsleiter der Luxemburger Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft über entsprechende berufliche Qualifikationen verfügt und zum anderen, dass die Gesellschaft eine physische Niederlassung in Luxemburg besitzt. Die Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft muss ferner ihren Betrieb anmelden und eine luxemburgische Umsatzsteuer- ID- Nummer bei der zuständigen Finanzbehörde beantragen.

Steuerliche Struktur der Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft

Da Handels-/ Dienstleistungsgesellschaften in Luxemburg überwiegend als AG (SA) oder GmbH (SARL) gegründet werden, betreffen nachfolgende Ausführungen zur steuerlichen Struktur ausschließlich luxemburgische Kapitalgesellschaften:

1. Ertragssteuer

Der Ertragssteuersatz beträgt für alle luxemburgischen Kapitalgesellschaften seit dem 1. Januar 2013 29,22 % und setzt sich aus der Körperschaftssteuer in Höhe von 21 % für Einkommen über 15.000 Euro (bzw. 20 % für Einkommen bis 15.000 Euro), erhöht um den Zuschlag zum Arbeitslosenfonds in Höhe von 7 % sowie der Gewerbesteuer von 6,75 % zusammen.

Die Mindestkörperschaftssteuer liegt in Luxemburg für alle ansässigen Kapitalgesellschaften, die keiner Gewerbeerlaubnis bedürfen und deren Vermögenswerte, Wertpapiere und Bankguthaben insgesamt 90% über ihrer Gesamtbilanzsumme liegen, bei 3.210 Euro (3.000 Euro zzgl. 7 % Zuschlag zum Arbeitslosenfonds).

Darüber hinaus unterliegen Dividendenausschüttungen der Luxemburger Kapitalgesellschaften einer Quellensteuer von 15 %. Dagegen bleiben Zahlungen von Lizenzgebühren, Zinsen sowie Liquidationserlösen oder Teilliquidationserlösen in Luxemburg  quellensteuerfrei.

2. Vermögenssteuer

Luxemburgische Kapitalgesellschaften unterliegen ferner der Vermögenssteuer in Höhe von 0,5 %. Dabei werden die in Luxemburg ansässigen Gesellschaften mit ihrem Gesamtvermögen (Inlands- und Auslandsvermögen) zur Vermögenssteuer herangezogen, wohingegen die nicht ansässigen Gesellschaften nur auf Ihrem Inlandvermögen besteuert werden.

3. Mehrwertsteuer

Luxemburger Handels-/ Dienstleistungsgesellschaften unterliegen mit ihrer Tätigkeit einer Mehrwertsteuerung  von 15 %. Allerdings gilt in Luxemburg auf einige Lieferungen und Leistungen ein reduzierter Mehrwertsteuersatz, wie beispielsweise in Höhe von 3 % auf E- Books.

IV. Vorteile in Bezug auf die Gründung der Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft in Luxemburg

Im Rahmen der Gründung und Verwaltung einer luxemburgischen Handels-/ Dienstleistungsgesellschaft ist ein nur geringer bürokratischer Aufwand gegeben. Darüber hinaus herrscht in Luxemburg eine flexible Handhabung der Steuerbemessungsgrundlage in Form des sog. Steuerrulings. Dabei kann bei Fragen über den Umfang der Steuerpflicht eine vorherige Auskunft bzw. Zusicherungen über die Art und Weise der Besteuerung bei der Luxemburger Steuerbehörde  eingeholt werden, auf die man sich grundsätzlich beidseitig verlassen kann. Derartiges Steuerrulingverfahren kann in Luxemburg bereits innerhalb weniger Wochen durchgeführt werden.

Zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung von Handels-/ Dienstleistungsgesellschaften, verfügt Luxemburg über zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).

Rechtliche und steuerliche Beratung und Unterstützung

Unsere Juristen und Steuerexperten beraten Sie und helfen Ihnen gerne persönlich und kostenfrei während der Entscheidungsfindung und in der Gründungsphase einer Handels-/ Betriebsgesellschaft in Luxemburg.

Sie erreichen uns unter der Telefonnummer

00352 250 345 27

Montag bis Freitag zwischen 09.00 und 16.00

oder per E-Mail
info(at)gruenderportal-luxemburg.com

oder benutzen Sie einfach das Kontaktformular.

Gründungsprozedere Zweigniederlassung

Der Gründungsablauf einer Zweigniederlassung in Luxemburg ist der Folgende:

  • Beschluss der Hauptniederlassung über die Errichtung einer Zweigniederlassung in Luxemburg (eine eigene Satzung der Zweigniederlassung ist nicht notwendig)
  • Ausstattung der Luxemburger Zweigniederlassung mit eigenem Kapital (ein Mindestkapital ist dabei nicht erforderlich)
  • Bestellung des Niederlassungsleiters bzw. Prokuristen
  • Beantragung einer Handelsermächtigung
  • Eintragung ins luxemburgische Handelsregister und Veröffentlichung der Satzung der Hauptniederlassung im Amtsblatt (Mémorial C)
  • Betriebsanmeldung und Beantragung einer Steuernummer bei den Steuerbehörden Luxemburgs