Begriff E- Commerce Luxemburg

E-Commerce bezeichnet den elektronischen Handel mit Waren und Dienstleistungen im Internet und wird in indirekten und direkten E-Commerce unterteilt. Im Falle des indirekten E-Commerce findet der Vertragsabschluss innerhalb, die Vertragsabwicklung jedoch außerhalb des Internets statt. In umsatzsteuerlicher Hinsicht wird dieser Vorgang entsprechend dem herkömmlichen Geschäftsverkehr behandelt. Dagegen werden beim direkten E-Commerce das gesamte Rechtsgeschäft und damit der umsatzsteuerliche Leistungsaustausch über das Internet abgewickelt. Aufgrund dieser Besonderheit wird nachstehend ausschließlich auf den direkten E-Commerce eingegangen:

Der direkte E-Commerce umfasst folgende Dienstleistungen:

  • Bereitstellung von Websites, Webhosting, Fernwartung von Programmen und Ausrüstungen;
  • Bereitstellung von Software und deren Aktualisierung;
  • Bereitstellung von Texten und Informationen, wozu u.a. E-Books und andere elektronische Publikationen, sowie Werbung in elektronischen Netzen gehören;
  • Bereitstellung von Datenbanken, wie beispielweise die Benutzung von Suchmaschinen;
  • Bereitstellung von Musik, Filmen und Spielen einschließlich Glücksspielen und Lotterien sowie Sendungen und Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, Kultutr, Kunst, Sport, Wissenschaft und Unterhaltung;
  • Erbringung von Fernunterrichtsleistungen;
  • Online-Versteigerungen, soweit es sich nicht bereits um Web-Hosting-Leistungen handelt, über automatisierte Datenbanken und mit Dateneingabe durch den Leistungsempfänger, die kein oder nur wenig menschliches Eingreifen erfordern;
  • Internet-Service-Pakete, die mehr als nur die Gewährung des Zugangs zum Internet ermöglichen und weitere Elemente umfassen, wie z. B. Nachrichten, Wetterbericht, Reiseinformationen, Spielforen, Web-Hosting, Zugang zu Chatlines usw.

In Luxemburg werden die direkten E- Commerce- Dienstleistungen durch eigens zu diesem Zweck gegründete  E- Commerce- Gesellschaften erbracht, welche luxemburgischen Kapital- oder Personengesellschaften errichtet werden können. Die einzelnen Gründungsvoraussetzungen richten sich indes nach der jeweiligen Rechtsform.

Steuerliche Aspekte des direkten E- Commerce

Direkte E-Commerce- Dienstleistungen unterliegen gemäß der europäischen E-Commerce- Richtlinie einer EU-Mehrwertsteuer-Sonderregelung. Diese gilt bis zum 1. Januar 2015:

1. Besteuerung von direkten E-Commerce- Dienstleistungen

Jeder Anbieter von direkten E-Commerce- Dienstleistungen wird umsatzsteuerlich als Unternehmer behandelt und muss daher für die Leistungserbringung entsprechend Umsatzsteuer entrichten. Maßgeblich ist dafür der Leistungsort, der anhand folgender Kriterien zu ermittelt ist:

  • Ansässigkeit des leistenden Unternehmers,
  • Status und Ansässigkeit des Abnehmers.

1.1. Unternehmer aus der EU

(1) Leistung an Kunden im gleichen EU-Mitgliedsstaat

Erbringt ein  EU-Unternehmer direkte E-Commerce- Dienstleistungen an eine Privatperson desselben Mitgliedsstaates oder an einen gewerblichen Kunden im selben Mitgliedsstaat, fällt die Mehrwertsteuer beim leistenden EU-Unternehmer an.

(2) Leistung an Kunden in anderen EU- Mitgliedsstaaten

Werden direkte E-Commerce-Dienstleistungen von einem EU- Unternehmer an einen gewerblichen Kunden in einem anderen Mitgliedstaat erbracht, so erfolgt die Besteuerung dort, wo der gewerbliche Kunde ansässig ist. In diesem Fall kommt die Sonderreglung des sog. Reverse- Charge- Systems zum Tragen, welche für alle EU- Mitgliedstaaten einheitlich gilt. Danach hat der gewerbliche EU-Kunde als Empfänger der Leistung die Umsatzsteuerschuld entsprechend den Steuersätzen seines Landes zu berechnen und gegenüber dem zuständigen Finanzamt abzuführen. Dabei steht ihm das Recht auf Vorsteuerabzug in derselben Höhe zu.

Bei Erbringung von direkten E-Commerce- Dienstleistungen durch einen EU- Unternehmer an eine Privatperson in einem anderen Mitgliedstaat, erfolgt die Besteuerung weiterhin am Sitz des leistenden EU-Unternehmers. Allerdings wird ab dem 1. Januar 2015 die Mehrwertsteuer auf direkt erbrachte E-Commerce- Dienstleistungen eines EU- Unternehmers an EU- Privatpersonen in dem Mitgliedstaat des Kunden erhoben.

(3) Leistung an Kunden außerhalb der EU

Dagegen wird keine EU- Mehrwertsteuer erhoben, wenn die direkte E-Commerce- Dienstleistungen von EU- Unternehmern an Kunden außerhalb der EU erbracht werden. Vielmehr erfolgt die Besteuerung beim den Kunden.

1.2. Unternehmer mit Sitz außerhalb der EU

(1) Gewerblicher EU- Kunde

Erbringt ein Unternehmer mit Sitz außerhalb der EU direkte E- Commerce-Dienstleistungen an einen gewerblichen EU- Kunden, wird die Mehrwertsteuer auf die Dienstleistung beim EU- Kunden über das Reverse-Charge-System erhoben. Da gewerbliche Kunden im Rahmen der Umkehrung der Steuerschuldnerschaft die Mehrwertsteuer selbst abführen, muss sich der leistende Nicht- EU- Unternehmer  auch nicht für Mehrwertsteuerzwecke in der EU registrieren lassen.

(2) EU- Privatperson

Ebenfalls in der EU erhoben wird die Mehrwertsteuer, sofern ein Unternehmer mit Sitz im Ausland direkte E-Commerce-Leistungen an Privatpersonen in der EU erbringt. In diesen Fällen ist jedoch der Unternehmer verpflichtet sich für Mehrwertsteuerzwecke in einem EU- Mitgliedsstaat seiner Wahl registrieren zu lassen und solchen Kunden die Mehrwertsteuer zum Normalsatz des Mitgliedstaates in Rechnung zu stellen, in dem diese ansässig sind. Die Mehrwertsteuer hat er sodann alle drei Monate an den Fiskus des Mitgliedstaates, in dem er registriert ist, abzuführen und zugleich eine elektronische Aufstellung über seine in dem betreffenden Zeitraum getätigten Umsätze, aufgeschlüsselt nach Mitgliedstaaten, zu übermitteln. Die Steuern werden entsprechend diesen Angaben an den jeweiligen Mitgliedstaat des Kunden weiterleiten.

2. Besteuerung von direkten E-Commerce –Dienstleistungen in Luxemburg

Luxemburg eignet sich aufgrund seiner günstigen und für einige Dienstleistungen ermäßigten Mehrwertsteuersätze besonders als Standort für direkten E-Commerce. Die Luxemburger Mehrwertsteuer beträgt auf alle Warenlieferungen und Dienstleistungen maximal 15%. Ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz ist  in Luxemburg auf Lieferung von E- Books an Endkunden geregelt. Dieser beträgt 3 % und gilt bis zum 1. Januar 2015.

Rechtliche und steuerliche Beratung und Unterstützung

Unsere Juristen und Steuerexperten beraten Sie und helfen Ihnen gerne persönlich und kostenfrei während der Entscheidungsfindung und in der Gründungsphase einer E-Commerce- Gesellschaft in Luxemburg.

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Montag bis Freitag zwischen 09.00 und 16.00

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Elektronische Einreichung von Mwst.- Erklärungen

Ab dem 1. Januar 2013 sind sämtliche MwSt.-Erklärungen ausschließlich elektronisch über das eTVA System bei der luxemburgischen Einregistrierungsverwaltung (Administration de l ́Enregistrement et des Domaines) einzureichen. Das gilt für alle Mehrwertsteuerpflichtigen in Luxemburg, welche den monatlichen oder vierteljährlichen Abgabebestimmungen in Bezug auf die MwSt.- Erklärung unterliegen.